Heute ist der Internationale Tag der Familie (International Day of Families), wie der 15. Mai seit 1994 als Initiative der Vereinten Nationen (UN) ausgerufen wird. Gefühlt hat mittlerweile jeder Tag einen Untertitel. Neben den christlichen Feiertagen, sind die bekanntesten der Muttertag und der Vatertag, die wir beide in dieser Woche feiern durften. Der Tag der deutschen Einheit gehört zur Vollständigkeit der bekanntesten Feiertage, losgelöst vom Christentum, sicherlich auch genannt. Stehen beim Muttertag oft die Blumen im Vordergrund und beim Vatertag die trinkfreudigen Wanderungen, so möchte die UN jedes Jahr am internationalen Familientag, einen anderen Familienschwerpunkt ins Bewusstsein rufen. Dieses Jahr ist die Ungleichheit und das Wohlergehen von Kindern im Fokus. Dieser Artikel geht auf das diesjährige Schwerpunktthema ein und ergänzt dieses mit Empfehlungen und Geschichten aus dem Leben, um sich das Familienglück bewusst zu machen. Oftmals ist das Familienglück nicht auf dem ersten Blick zu erkennen. Manchmal hat sich sogar aufgrund von Streitigkeiten oder Ereignissen in der Vergangenheit, die Familie oder ein einzelnes Familienmitglied zu einem Stressfaktor entwickelt.
Autor: Thomas W. Frick (LinkedIn-Profil / Xing-Profil)
Der von der UN gewählte Fokus in diesem Jahr, Ungleichheit und das Wohlergehen von Kindern, ist mehr als eine nüchterne Formulierung bzw. Kampagne. Das Thema betrifft jeden von uns, unabhängig davon, wo und wie man lebt oder wie hoch das Einkommen ist.
Die Familie ist in den ersten Lebensjahren der Ort, an dem Grundfähigkeiten erlernt werden und eine erste Idee vorgelebt und erfahren wird, wie die Welt und das Leben funktioniert. Wir erfahren recht früh, was Vertrauen, Streit, Versöhnung oder auch Schweigen sind, und das ungefiltert. Jeder erlebt diese Zeit anders, einige in Armut und andere im Wohlstand. Neue Erfahrungen machen nicht nur Kinder, sondern auch die Eltern, die mit mehr Verantwortung vor neue Herausforderungen gestellt werden. Die Stressfaktoren sind unterschiedlich, und haben ihre Ursache nicht nur in den eigenen vier Wänden. Stress auf der Arbeit, Stress mit Familienmitgliedern auf gleicher oder höherer Stammbaum-Ebene oder gesundheitliche bzw. psychische Herausforderungen, belasten oft zusätzlich den Familienstress und den Alltag.
Vorsicht: Wenn die Familie unter Druck gerät, durch Armut, Finanzdruck, durch Erschöpfung, durch Vergleiche aufgrund des unbewussten Gesellschaftsdrucks oder durch ungelöste Konflikte (die sich über Jahre aufschichten), dann zieht das Kreise, die weit über das einzelne Zuhause hinausgehen.
Stressfaktoren in der Familie – mach den ersten Schritt!
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt mitttels Studien auf, dass anhaltender Familienstress zu den größten Risikofaktoren für psychische Erkrankungen gehört. Dies gilt besonders bei Kindern, die keine Wahl hatten, in welches Umfeld sie hineingeboren wurden.
Mit der digitalen Ungleichheit betont die UNO in diesem Jahr nur eine Dimension. Viel wichtiger ist die emotionale Ungleichheit, indem Kinder in Haushalten aufwachsen, in denen permanenter Streit die Grundatmosphäre bestimmt und Erschöpfung kein Ausnahmezustand ist, sondern sich zum Alltag entwickelt hat.
Folgende Beispiele für emotionale Ungleichheit möchten wir kompakt auflisten:
- Geschwister reden schon seit Jahren nicht miteinander.
- Kontaktabbruch zwischen Kindern und Eltern.
- Fehlende Aussprache hinsichtlich vergangener Ereignisse.
- Streitigkeiten hinsichtlich Erbe und Hinterlassenschaften.
- Die Mutter, bei der jedes Gespräch in dieselbe Sackgasse führt.
- Der Vater, dem man nie wirklich sagen konnte, was man sich gewünscht hätte oder heute noch fühlt.
- Tod, Trennung und Verlust des Lebenspartners.
- Alleinerziehung
- Das offene Ansprechen vorhandener Psychologischer Triggerpunkte.
- Besonders bei Schulkindern, stattfindendes Mobbing in der Schule (Fast jedes dritte Kind ist betroffen).
- Überwiegender digitaler Medienkonsum, nicht altersgerecht und oft auch schlecht vorgelebt von den Eltern.
- Was aufgrund der Häufigkeit auch erwähnt werden muss sind Sexualdelikte in der Familie.
- Suchtprobleme in der Familie.
- Depressionen, Burnout und allgemeine Unzufriedenheit durch die als negativ empfundene Familiensituation.
Was kann man dagegen tun?
Ich bin kein Therapeut, und ich werde hier keine Fünf-Schritte-Liste veröffentlichen. Von einem bin ich jedoch überzeugt: Jeder kann den ersten Schritt machen, bevor es zu spät ist. Nicht nächste Woche, nicht nächstes Jahr, nicht Irgendwann sondern sofort, nicht erst wenn der Stress spürbar ist. Das klingt simpel, ist es jedoch nicht. Es braucht Mut, Hoffnung und Zuversicht. Doch oft lohnt es sich die eigene Komfortzone zu verlassen. Und nicht vergessen, das aufgeschobene Irgendwann, kommt manchmal nicht!
Abschließend noch ein Bespiel. Zwei Brüder haben über Jahre hinweg nicht gesprochen. Man weiß bis heute nicht genau warum. Irgendwas mit Geld, irgendwas mit Stolz. Als der eine Bruder starb, war der andere mehrere Wochen lang kaum ansprechbar. Nicht nur aus Trauer über den Tod. Aus Trauer über die verlorene Zeit, die nicht zurück kommt.
Macht dir bewusst: Das Leben ist zu kurz für Distanz und Schweigen, was niemand gewollt hat. Und zu kurz, um zu warten, dass der andere anfängt.
Gibt es jemanden in deiner Familie, dem du schon länger nicht richtig zugehört hast? Einen Streit, der eigentlich längst erledigt sein könnte, wenn einer von beiden anfängt? Eine Mutter, einen Vater, ein Neffe, eine Cousine, ein Onkel oder ein Opa, die vielleicht gerade kämpfen und sich schon länger nicht mehr gehört hat? Manchmal braucht es keinen großen Versöhnungsmoment. Manchmal reicht eine Nachricht. Ein Anruf. Die Bereitschaft, das letzte Wort nicht haben zu wollen.
Tipp: Herzlichen Glückwunsch wenn du den Mut zur Kontaktaufnahme gefunden hast. Wichtig ist danach, nicht die Fehler zu suchen oder den Schuldigen. Hilfreich ist die menschliche Strategie, Verzeihen zu können, besonders dann, wenn die andere Seite wenig Verständnis oder Einsicht in der Vergangenheit zeigte.
Familienglück ist nicht selbstverständlich – sei dankbar!
Lasst uns, nach den zuvor geschilderten Stressfaktoren, die oftmals im Verborgenen liegen bleiben, diesen Artikel zuversichtlich und positiv beenden. Im Alltag vergessen viele Menschen, wie wichtig und wertvoll eine Familie eigentlich ist. Stressfaktoren auf der Arbeit, aus finanzieller Sicht, viele Termine, die schulischen Herausforderungen, der Haushalt in Kombination mit der digitalen Erreichbarkeit (Smartphoneritis oder das Social-Media Konsumverhalten), verwässern oft das, was wirklich Rückhalt und Sicherheit gebeb kann – die Familie.
Zitat aus dem 12. Jahrhundert: Blood is thicker than water, oder auf Deutsch, Blut ist dicker als Wasser. Menschen, die sich gegen das Familienglück sträuben, haben daraus die gegenteilige Botschaft geformt, indem sie überzeugt sind, dass frei gewählte Beziehungen anstelle von angeborenen und nicht selbst gewählten Zugehörigkeiten, stabiler seien.
Wie schon beschrieben wächst nicht jeder Mensch in einem liebevollen Umfeld auf. Viele Familienmitglieder erleben Streit, Distanz oder Einsamkeit. Manche Menschen verlieren wichtige Bezugspersonen oder haben kaum Kontakt zu Eltern, Geschwistern oder Kindern.
Bewusstmacher: Umso wichtiger ist es, die kleinen Momente des Zusammenhalts und der gemeinsamen Zeit bewusst zu schätzen.
Familienglück muss kein großes Ereignis sein, sondern kann durch kleine Taten gelebt werden. Ein gemeinsames Frühstück, ein ehrliches Gespräch, die gegenseitige Unterstützung oder einfach das Gefühl zu geben oder zu erhalten, nicht allein zu sein. Gerade in schwierigen Zeiten wird deutlich, wie wichtig Menschen sind, auf die man sich verlassen kann, auch außerhalb der Familie.
Dankbar für das Familienglück zu sein bedeutet nicht, dass alles perfekt ist oder in der Vergangenheit sein musste. Auch in harmonischen Familien gibt es Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und stressige Phasen. Wichtig ist jedoch die Bereitschaft, füreinander da zu sein, manchmal nur durch aktives Zuhören oder um gemeinsam Lösungen zu finden.
Tipp: Wer lernt, den Fokus stärker auf das Positive zu richten, erkennt oft erst, wie viel Halt und Kraft die Familie geben kann.
Im Alltag stehen häufig Leistung, Erfolg und materieller Besitz im Mittelpunkt. Dabei geraten zwischenmenschliche Beziehungen und besonders Gefühle oftmals in den Hintergrund. Wer viel mit älteren Menschen in Kontakt ist, lernt, dass am Ende eines Lebens, sich die meisten Menschen nicht an Überstunden oder Statussymbole erinnern, sondern an gemeinsame Momente, die gemeinsam verbrachte Zeit als auch empfundene Nähe und Geborgenheit.
Daher lohnt es sich für jeden, öfters innezuhalten und bewusst Danke zu sagen, für die gemeinsame Zeit, Gesundheit, Unterstützung und Liebe. Denn Familienglück kann man nicht kaufen und erst recht nicht von anderen Familienmitgliedern erzwingen. Durch die eigene Aufmerksamkeit, durch Respekt und ehrliche Wertschätzung entsteht Familienglück. Wer das erkennt, betrachtet viele Dinge im Leben plötzlich mit anderen Augen.
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