Ortsunabhängig arbeiten zu können, erscheint dir wie ein Traum? Die meisten scheitern nicht am Job, sondern an dem System und der Organisation dahinter. Oft wird die Vorbereitung auf das digitale Nomadentum unterschätzt. Digitaler Nomade wirst du nicht nur durchs Reisen, sondern durch digitale Einkommenströme bzw. angemessen bezahlte Remote-Arbeit. Auch ein tragbarer Computer mit mobilem Internetzugang alleine,führt nicht zur digitalen Einkommensquelle. Warum 90 % der angehenden digitalen Nomaden, den Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit nicht nachhaltig auf Dauer ausüben können, beschreibt dieser Artikel. Er gibt Tipps aus der Praxis inklusive einer Checkliste zur Vorbereitung des digitalen Nomadentums..
Autor: Thomas W. Frick (LinkedIn-Profil / Xing-Profil)
Die nachfolgende Checkliste aus der Praxis hilft dir, dich auf das digitale Nomadentum vorzubereiten:
1. Wie bereitest du dich finanziell auf das Leben als digitaler Nomade vor?
Im Idealfall hast du Rücklagen oder ein stabiles, ortsunabhängiges Einkommen, um einem finanziellen Druck auf Reisen zu entkommen. Sich ständig finanzielle Sorgen machen zu müssen, reduziert die Reisequalität und Freude. Wenn diese zwei finanziellen Faktoren nicht vorhanden sind, z.B. durch Angespartes, lohnt es sich zumindest für die sicherheitsbewussten Menschen, zu sparen, bis ein gewisses finanzielles Polster vorhanden ist.
Weitere finanzielle Punkte zur Vorbereitung möchten wir dir auf den Weg mitgeben:
- Der im Volksmund bekannte Notgroschen sollte für circa drei bis sechs Monate deine Lebenshaltungskosten decken können.
— - Schon im normalen Alltag geht oft die Übersicht der Ausgaben verloren. Im digitalen Nomadenleben kommen mehr variable und auch saisonal unterschiedliche Kosten auf dich zu, die sich jedoch im Vorfeld gut einkalkulieren lassen, beispielsweise Flüge, Unterkünfte oder Fähren.
Tipp: Ein Budget-Plan hilft dir auf Reisen, entspannter mit deinen Ausgaben umzugehen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, wenn du einmal mehr Geld, als geplant ausgibst.
— - Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich passive und auch seriöse Einkommensquellen aufzubauen, sei es z.B. durch Mieteinnahmen oder durch Affiliate-Marketing. Diese helfen dir dabei, deine Grundkosten zu decken, ohne eins zu eins, Zeit gegen Geld zu tauschen.
— - Viel zu spät habe ich gelernt, das verdiente Geld, für sich arbeiten zu lassen. Sei es mit Investitionen an der Börse, mit Spielgeld im Crypto-Markt oder über ein gut verzinstes Tagesgeld-Konto. Alleine die letztere Einkommensquelle wird oft unterschätzt, obwohl es allgemein bekannt ist, dass auch „Kleinvieh Mist macht“. 1 % oder 2 % hören sich zwar nach keinem wesentlichen Unterschied an, dennoch macht er sich bemerkbar, auch ob die Zinsen, monatlich, quartalsweise oder jährlich ausgezahlt werden.
— - Analysiere deine Fixkosten und auch hier gilt, dass kleine Beiträge sich auf das Jahr gesehen summieren können. Bankgebühren unterscheiden sich beispielsweise deutlich, nicht nur aufgrund der Kosten im Ausland.
— - Separat auflisten möchte ich das Beispiel des Netflix-Abonnements. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du auf Reisen, wenn du überhaupt TV siehst, die Natur gegen das Fernsehen eintauschen wirst. Hinterfrage alle deine Fixkosten, auf die zukünftige Notwendigkeit und ob sich z.B. in einem Fitnessstudio Abos pausieren lassen.
Tipps: Viele digitale Nomaden berichten über das bewährte Prinzip, mit einem Tagesbudget zu arbeiten. Es ist ratsam, sich Puffer einzuplanen, z.B. bei einem Wochenbudget, sich an einem Tag etwas mehr zu leisten.
2. Berufliche Vorbereitung
Um als digitaler Nomade entspannt deinen Lifestyle genießen zu können, ist die Vorbereitung auf das mobile Arbeiten und Leben wichtig. Dazu gehören auch Weiterentwicklungen und Anpassungen deiner beruflichen Skills und deine Arbeitsweise, bzw. Organisation:
- Berufliche Qualifikationen neu entwickeln oder ausbauen, um ortsunabhängige Arbeiten zu können (z.B. Programmieren, Virtual Assistance, Content Creation, Online Marketing oder typische Remote-Arbeiten, wie beispielsweise Datenmanagement).
— - Die Entwicklung eines Online-Business bzw. digitalen Geschäftsmodells, digitale Einkommensquellen oder eine Freiberufler-Karriere, die auf Distanz ausgeübt werden kann, ist wichtig.
— - Noch bevor die Reise los geht, empfehlen wir Erfahrungen mit Remote Work, z.B. durch Arbeiten im Home-Office am Abend oder am Wochenende, zu sammeln.
— - Eine Marktrecherche mit oder ohne Registrierung auf Freelancer-Projektbörsen, macht schon im Rahmen der Vorbereitung Sinn.
— - Vorrauschauend kann können parallel zur Vorbereitung Kontakte geknüpft werden, mit potenziellen Kooperationspartnern, Lieferanten und potenziellen potenziellen Kunden.
2.1 Was sind die besten Jobs für digitale Nomaden?
Digitale Berufe eignen sich hervorragend für die ortsunabhängige Arbeit. Folgend ein paar Beispiele, Berufsbilder von digitale Nomaden, die du auf deinen bevorstehenden Reisen, immer wieder antreffen wirst:
- Webdesigner-in
- Programmierer-in
- Content Creator und Publisher (Blogger, Influencer, YouTuber, Podcaster)
- Online Marketing Experten
- Virtuelle Assistenten (VA)
- Übersetzer-in
- Texter-in
- Online-Lehrer-in
- Coaches
- Grafik- und UX-Designer-in
- Social Media Manager-in
- SEO-Experten
Auch wenn dieser Artikel den Fokus auf digitale Nomaden hat, möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich vielen Personen begegnet bin, die im Sinne, des klassischen Work-and-Travel, ihr Einkommen wie folgt erzielen:
- Agricalture, helfen in der Landwirtschaft, z.B. bei der Ernte, Neupflanzung von Wäldern, etc.
- House-Sitting
- Handwerkliche Arbeiten
- Mobile KFZ-Dienstleistungen
- Mobile Massagen
- Yoga- und Entspannungsübungen
- Fotograf-in und Videograf-in
2.2 Welche Weiterbildungen bieten sich für digitale Nomaden an?
Branchen mit besonders hohem Potenzial für ortsunabhängiges Arbeiten sind IT, Marketing, Medien und E-Commerce. Wer noch nicht über die nötigen Skills verfügt, kann sich durch Online-Kurse und Zertifizierungen weiterbilden.
- Plattformen wie Udemy, Coursera oder edX stehen für Online-Kurse zur Verfügung.
- Praxisnahe Coding Bootcamps können besucht werden.
- Stetige Weiterbildung mittels Selbstcoaching bzw. Selflearning ist zu empfehlen.
- Erfahrungsaustausch über Veranstaltungen oder Webinare, helfen ebenso am Puls der Zeit zu bleiben.
Tipp: Wir alle kennen den bekannten Generationenkonflikt. Dieser lässt sich vermeiden und der damit verbundene Perspektivenwechsel fördern, indem du nicht selbst jung denkst, sondern dich auch mit der jüngeren Generation umgibst, beispielsweise auf Veranstaltungen.
3. Rechtliche Aspekte und Organisation
Auch als digitaler Nomade musst du dich um wichtige rechtliche und organisatorische Fragen kümmern, diese sind beispielsweise:
- Die Klarheit und die Details der Krankenversicherung für längere Auslandsaufenthalte.
- Steuerliche Regelungen für digitale Nomaden in den jeweiligen Ländern.
- Aktuelle Wohnsituation belassen z.B. durch Untervermietung, kündigen oder ungenutzt lassen?
- Eine zuverlässige Postadresse in der Heimat mit einen Übersender der Post ist wichtig.
Tipp: Bevor der Einstieg ins digitale Nomadenleben erfolgt, solltest du den Lifestyle schon einmal getestet haben. Beispielsweise klingt das VanLife für viele sehr verlockend. Selbst gelebt, stellen jedoch viele schon nach 2-4 Wochen fest, dass die Realität etwas anders ist, als es einem auf den Social-Media-Plattformen präsentiert wird.
4. Reiseplanung und Logistik
Eine gute Reisevorbereitung vermeidet Kosten, spart Zeit während des Reisens und erleichtert den Start ins Nomadenleben erheblich. Dazu gehören z.B.:
- Die Auswahl geeigneter Orte mit guter Internet-Infrastruktur.
— - In vielen Ländern lässt sich nicht jedes technische Mittel einfach nachkaufen, z.B. hatte ich die Herausforderung eine europäische Tastatur während meines viermonatigen Aufenthalts in Tunesien zu finden. Zudem sind importiere Waren oft wesentlich teurer, als wenn du es vor Reiseantritt auf deine Packliste der technischen Ausrüstung gesetzt hättest.
— - Recherche hinsichtlich der Visa-Bestimmungen und Einreisevorschriften. Hier hilft auch ein schon vorhandenes Netzwerk mit Kontakten, die schon in den jeweiligen Ländern waren und dir Tipps aus der Praxis geben, und somit Zeit sparen können.
- Die erste Reiseroute ist oft die Spannendste und eine gewisse Unsicherheit ist vorhanden. Plane nicht zu detailliet und starr, bleibt flexibel, arbeite mit Puffer und Variationen und lass dich während der Reise darauf ein, deinem Bauch und deiner Intuition zu folgen. Einen perfekter Reiseplan einzuhalten, kann ein Stressfaktor sein und dies würde deine Reiseerlebnis und dein Lifestyle-Feeling beeinflussen.
5. Top-Destinationen für digitale Nomaden
Ist die Entscheidung einmal getroffen, das digitale Nomadentum zu testen bzw. zu leben, stellt sich die Frage, in welchen Ländern dies am besten umsetzbar ist. Folgende Erfahrungen haben wir gemacht und ergänzen, diese natürlich durch die allseits bekannten Klassiker:
- Bali, Indonesien
Bekannt für traumhafte Strände, günstiges Leben, große Nomaden-Community.
–
Hinweis: Es ist kein Vergleich zu früher und Tauchlehrer berichten, dass die Strände stark mit Plastik verschmutzt sind. - Chiang Mai, Thailand
Bekannt für niedrige Lebenshaltungskosten, gute Infrastruktur, tropisches das Klima. - Lissabon, Portugal
Häufe gründe sind die hohe Lebensqualität, gutes Wetter, Nähe zu Europa
–
Hinweis: Wir kennen Portugal vom Norden bis Süden, fast wie unsere Hosentasche und haben die Erfahrung gemacht, dass nicht nur die Großstädte, z.B. auch Porto, schön sind, sondern besonders die kleinen Fischerdörfchen. Auch ist es wunderschön im Inland, z.B. im Alentejo, nur nur an der Atlantikküste oder an der Algarve. Hierzu wird es noch eigene Reiseberichte geben. Nutze unseren kostenlosen Updateservice. - Medellín, Kolumbien
Aufstrebende Tech-Szene, niedriges Preisniveau, ewiger Frühling - Playa del Carmen, Mexiko
Karibik-Flair, große Expat-Community, gute Flugverbindungen - Tunesien
Das Land ist besser als sein Ruf, die Menschen sind freundlich und auch hier sind die Strände weiß, breit und schön. Viele wissen nicht, dass der angeblich letzte Terroranschlag, kein Anschlag war, sondern ein Liebesdrama, zwischen der Hotelchefin und eines Gastes (Eifersucht). Doch noch immer leidet das Land darunter. In 4 Monaten am Stück, haben wir uns stets sicher gefühlt. Tunesien ist ein Land mit 11 Mio. Einwohnern und davon sind 1 Mio. Privatpolizisten (inkognito). Das Ziel ist es, und das funktioniert auch, dass innerhalb von 2 Minuten nach einem Hilferuf, die Polizei an jedem Ort ist. Besonders haben uns die innovative Startups gefallen, die wir besucht hatte und die excellenten Internetverbindungen mit besten Pingzeiten. - Ägypten
Aufgrund der Abwechslungsvielfalt empfehlen wir für z.B. für Workations den Sinai, der immer noch, auch aufgrund der Nähe zum Gaza-Streifen, als für zu gefährlich eingestuft wird. Auch in diesem Land haben wir schon 6 Monate am Stück gelebt und sind immer wieder dort, in Sharm-El-Sheik und in Dahab. Tauchen erleben hier klares Wasser und eine Meerestier-Vielfalt, mit einem überschaubaren Reiseaufwand. Zudem gibt es gerade im Januar und Februar eine Art Sonnengarantie.
Hinweis: Das Internet hat sich in den letzten Jahren stabilisiert, allerdings muss man bei der Auswahl der Provider genau hinschauen und wissen, dass Dienste eingeschränkt sind, z.B. Whatsapp-Calls. In Ägypten wird sehr viel Geld durch Zusatzoptionen gemacht.
Bei der Auszahl des Landes sollte ein digitaler Nomade folgende Faktoren berücksichtigen und vorab prüfen, wozu auch unsere Community vorhanden ist:
- Qualität der Internetverbindung
- Lebenshaltungskosten
- Klima
- Lebensqualität, z.B. kulturelles Angebot oder Naturparks
- Visa-Bestimmungen
- Vorhandensein einer Nomaden-Community
- Sicherheitslage
Technischen Voraussetzungen und Tools für digitale Nomaden
Stichpunktartig fassen wir die wichtigsten technischen Voraussetzungen zusammen:
Hardware
- Computer der deinen Anforderungen gerechnet wird.
- Smartphone (PUK für den Notfalls nicht vergessen)
- Powerbank, evtl. auch zwei für z.B. längere Touren (idealerweise mit viel Watt für Schnellladen).
- Externe Festplatte, SD Cards oder USB-StickS für Backups.
- Universaladapter für Steckdosen
Software (auch Apps)
- VPN für sicheres Surfen.
- Cloud-Speicher (z.B. Dropbox, Google Drive).
- Projektmanagement-Tools (z.B. Trello, Asana)
- Kommunikations-Apps (z.B. Slack, Zoom,Teams oder Google Meet)
- Time-Tracking Software
Tipps: Nutzen Sie Pomodoro-Timer und Website-Blocker, um fokussiert zu arbeiten und Ablenkungen zu minimieren. Auch die Ton-Deaktivierung von Web-WhatsApp hilft dabei, Ablenkungen zu vermeiden.
FAQ Digitales Nomadentum
Wie viel verdient man als digitaler Nomade?
Das Einkommen richtet sich nach dem Wirtschaftszweig, der gesammelten Praxis und der investierten Zeit. Die Plattform FlexJobs befragte ortsunabhängige Arbeitskräfte und ermittelte einen Durchschnittsverdienst zwischen 50.000 und 65.000 US-Dollar pro Jahr. Spitzenverdiener unter den digitalen Nomaden erzielen Summen weit oberhalb dieser Grenze.
Wo zahlen digitale Nomaden Steuern?
Das Steuerrecht umfasst viele Einzelheiten und richtet sich nach unterschiedlichen Umständen. Meistens verlangen die Behörden im Heimatland oder am offiziellen Wohnsitz Abgaben von digitalen Nomaden. Einzelne Staaten führen eigene Visa sowie Steuermodelle ein, um diese Zielgruppe anzusprechen.
Wie kann ich digitaler Nomade werden?
Eigne dir Fähigkeiten an, die ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen und baue dir eine Einnahmequelle im Internet auf. Sparen dir ausreichend Geld an, klären die rechtliche Details und planen deine Routen im Detail.
Ist das digitale Nomadenleben das Richtige für dich?
Das Leben als digitaler Nomade bietet viel Abwechslung, die Nähe zur Natur und Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung. Die Herausforderungen sind die sorgfältige Planung, Selbstdisziplin und Anpassungsfähigkeit. Es lohnt sich diesen Lifestyle zu testen, um die Vor- und Nachteile kennen zu lernen und zu prüfen, ob dieser Lebensstil zu deinen persönlichen Zielen und Werten passt.
Neben der Vorbereitung sollte für ein stabiles Einkommen oder entsprechende Rücklagen gesorgt sein. Mit der richtigen Vorbereitung kann das digitale Nomadenleben eine bereichernde Erfahrung sein, die dir neue Perspektiven eröffnet.
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